Hund oder Katze ausstopfen lassen: ob es erlaubt ist, wie es abläuft, was es kostet und was die Alternativen sind

Darf man tote Tiere ausstopfen lassen?
Das eigene Haustier präparieren zu lassen ist grundsätzlich erlaubt. Präparatoren, die mit toten Tieren und Tierpräparaten arbeiten, müssen ihren Betrieb nach dem Recht über tierische Nebenprodukte beim Veterinäramt anzeigen und registrieren lassen. Grenzen setzt das Artenschutzrecht: Zu den besonders geschützten Arten gehören auch manche Heimtiere, etwa viele Papageien und Landschildkröten. Solche Tiere dürfen Sie nur besitzen und präparieren lassen, wenn Sie der Naturschutzbehörde auf Verlangen den rechtmäßigen Besitz nachweisen können. Stirbt ein meldepflichtiges Tier, müssen Sie das der Behörde als Abgang melden. Wer solche Tiere gewerbsmäßig präpariert, muss ein Aufnahme- und Auslieferungsbuch führen. Hat das Veterinäramt wegen einer Tierseuche Maßnahmen angeordnet, gelten dessen Vorgaben. Der Begriff „ausstopfen“ ist alt. Heute wird nichts mehr ausgestopft, sondern das Fell über einen vorgefertigten Körper modelliert oder das ganze Tier getrocknet. Fachleute sprechen deshalb von Präparation oder Dermoplastik. Ein Tierarzt ist daran nicht beteiligt. Wurde das Tier eingeschläfert, nehmen Sie es aus der Praxis mit und kühlen Sie es sofort.
Dermoplastik oder Gefriertrocknung: die zwei Verfahren
Der Präparator wählt mit Ihnen das Verfahren und erklärt Ihnen vorher, wie genau er arbeitet. Die Übersicht zeigt die Grundzüge:
| | Dermoplastik | Gefriertrocknung | |
|---|---|---|
| Was passiert | Das Fell wird abgezogen, haltbar gemacht und über einen künstlichen Körper in der gewünschten Pose gezogen; die Augen sind meist aus Glas | Das ganze Tier wird tiefgefroren und in einer Vakuumkammer getrocknet; das Eis geht dabei direkt in Wasserdampf über |
| Ergebnis | Ähnlichkeit hängt vom Können des Präparators ab; Gesicht und Ausdruck sind das Schwierigste | Die Form bleibt weitgehend erhalten; nach dem Trocknen lässt sie sich nicht mehr korrigieren |
| Haltbarkeit | viele Jahre, bei trockener Aufbewahrung und Schutz vor Insekten | Gut, aber empfindlich gegen Feuchtigkeit, Stöße und Staub |
| Dauer | mehrere Wochen bis Monate | oft länger, je nach Größe |
| Geeignet für | Hunde, Katzen, größere Tiere | vor allem kleinere Tiere |
| Kosten | nach Größe und Pose, auf Anfrage beim Präparator | nach Größe, auf Anfrage beim Präparator |
Ablauf: von der Kühlung bis zum fertigen Präparat
Der wichtigste Schritt liegt bei Ihnen: die Kühlung. Nach dem Tod setzen Abbauprozesse im Gewebe ein, und Kälte verlangsamt sie. Wickeln Sie das Tier in ein Tuch, stecken Sie es in eine Plastiktüte und legen Sie es zunächst in den Kühlschrank. Für die Präparation ist das Einfrieren in der Tiefkühltruhe meist richtig, anders als bei der Einäscherung. Einmal eingefroren, sollte das Tier nicht wieder auftauen, weil die Abbauprozesse danach schneller ablaufen. Rufen Sie so früh wie möglich einen Präparator an, am besten noch am selben Tag, und fragen Sie, wie Sie das Tier bis dahin aufbewahren sollen.
Dann der Transport: Am einfachsten bringen Sie das gefrorene Tier selbst. Ob ein Versand möglich ist und was dabei zu beachten ist, klären Sie vorher mit dem Präparator. Er bespricht mit Ihnen Pose, Blick und Ohrenstellung und braucht dafür viele Fotos des lebenden Tieres von allen Seiten. Danach dauert es meist Wochen bis Monate. Das fertige Präparat holen Sie ab oder erhalten es nach Absprache per Versand.
Was kostet es, ein Haustier ausstopfen zu lassen, und wie lange dauert es?
Die Kosten der Tierpräparation hängen von der Größe des Tieres, dem Verfahren, der Pose und dem Aufwand für Gesicht und Augen ab. Eine Katze in liegender Pose ist in der Regel günstiger als ein großer Hund in stehender Haltung. Den Preis nennt Ihnen der Präparator auf Anfrage. Lassen Sie sich ein schriftliches Angebot geben. Rechnen Sie in der Regel mit deutlich mehr als für eine Einzelkremierung. Diese kostet für einen Hund je nach Gewicht zwischen 199 und 460 Euro, für eine Katze zwischen 199 und 320 Euro (unverbindliche Richtwerte, Stand 2026). Die Dauer beträgt bei der Dermoplastik meist einige Wochen bis wenige Monate. Die Gefriertrocknung dauert oft länger, weil das Trocknen im Vakuum viel Zeit braucht. Den genauen Zeitraum nennt der Präparator. Mehr zu den Kosten einer Tierbestattung lesen Sie in unserer Preisübersicht.
Die Entscheidung: was Sie vorher wissen sollten
Viele, die einen toten Hund ausstopfen lassen möchten, denken daran in den ersten Stunden der Trauer, aus dem Wunsch, das Tier nicht gehen zu lassen. Das ist verständlich. Ein paar ehrliche Punkte für die Entscheidung: Das Präparat sieht dem Tier ähnlich, aber es ist nicht das Tier. Die Augen sind aus Glas, die Bewegung fehlt, und manche Halter erschrecken, wenn sie es das erste Mal sehen. Fragen Sie sich, ob Sie das Präparat in fünf Jahren noch im Wohnzimmer haben möchten und was mit ihm passiert, wenn Sie umziehen oder sterben. Fragen Sie auch die Familie, denn Kinder und Partner reagieren unterschiedlich. Sehen Sie sich Arbeiten des Präparators an, bevor Sie zusagen, und fragen Sie, ob Sie das Tier vorher noch einmal sehen dürfen. Und nehmen Sie sich, wenn irgend möglich, einen Tag Zeit: Das Tier ist im Gefrierschrank sicher, die Entscheidung muss nicht in der ersten Stunde fallen. Was Ihnen in dieser Zeit sonst hilft, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Trauer um das Haustier.
Alternativen: Andenken, mit denen das Tier nah bleibt
Wer das Tier greifbar behalten möchte, hat auch andere Möglichkeiten, mit denen viele Halter auf Dauer gut leben und die meist weniger kosten. Dazu gehört die Einzelkremierung mit der Asche in einer Urne, zu Hause oder im Garten. Ein Pfotenabdruck in Ton oder Gips lässt sich vor der Einäscherung machen. Ein Stück Fell oder eine Haarsträhne findet Platz in einem Anhänger. Möglich ist auch Schmuck mit einem Teil der Asche oder ein synthetischer Erinnerungsdiamant, den spezialisierte Anbieter daraus herstellen. Andere wählen ein Fotobuch oder ein gemaltes Porträt nach Foto. Welche Andenken, Tierurnen und Möglichkeiten mit der Tierasche es gibt, zeigen unsere Übersichtsseiten. Wie Sie einen Pfotenabdruck selbst machen, erklärt unser Ratgeber.
Wenn Sie sich dafür entscheiden: Pflege des Präparats
Ein Präparat braucht einen trockenen Platz ohne direkte Sonne, gleichmäßige Raumtemperatur und Schutz vor Staub und Insekten wie Motten oder Käfern, etwa durch eine Vitrine. Denn Feuchtigkeit, UV-Licht, Temperaturschwankungen und Insektenfraß können Präparate beschädigen. Staub wird mit einem weichen Pinsel entfernt, das Fell nie feucht gereinigt. Der Präparator gibt Ihnen Pflegehinweise mit. Wenn Sie sich daran halten, hält das Präparat lange.
Häufige Fragen: Haustier präparieren lassen
Darf man seinen Hund ausstopfen lassen?
Ja, das eigene Haustier darf grundsätzlich präpariert werden. Grenzen setzt das Artenschutzrecht bei besonders geschützten Arten, etwa vielen Papageien und Landschildkröten. Hier muss der rechtmäßige Besitz nachweisbar sein. Bei behördlichen Anordnungen wegen einer Tierseuche gelten die Vorgaben des Veterinäramts.
Was kostet es, ein totes Haustier ausstopfen zu lassen?
Das hängt von Größe, Verfahren und Pose ab. Den Preis nennt der Präparator auf Anfrage. In der Regel kostet die Präparation deutlich mehr als eine Einäscherung.
Wie lange dauert die Präparation?
Meist Wochen bis Monate, bei Gefriertrocknung oft länger. Den genauen Zeitraum nennt der Präparator.
Wie bewahre ich das Tier bis zur Präparation auf?
Kühlen Sie es so schnell wie möglich. Für die Präparation wird es meist eingefroren und darf nicht wieder auftauen. Rufen Sie noch am selben Tag den Präparator an.
Sieht das Präparat aus wie mein Tier?
Ähnlich, aber es bleibt ein Abbild mit Glasaugen. Sehen Sie sich Arbeiten des Präparators vorher an.
Was sind die Alternativen?
Einzelkremierung mit Urne, Pfotenabdruck, Fell-Andenken, Schmuck mit Asche oder ein synthetischer Erinnerungsdiamant aus einem Teil der Asche.
Sie haben Fragen zur Tierbestattung? Senden Sie uns eine kurze Anfrage, wir melden uns bei Ihnen.
Quellen und Hinweise
- § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG): Vorschriften für besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten
- § 46 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG): Nachweis der Berechtigung
- § 6 Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV): Aufnahme- und Auslieferungsbuch
- NLWKN Niedersachsen: Schildkröte, Papagei und Co., Hinweise zum Artenschutz für die Tierhaltung
- Landkreis Freising, Veterinäramt: Anzeige eines registrierungspflichtigen Betriebs gemäß Artikel 23 der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009
- Yvonne Oehme: Konservierungsmethoden in der Tieranatomie, Dissertation, Tierärztliche Fakultät der LMU München, 2016
Angaben zu Verfahren, Dauer und Kühlung sind allgemeine Hinweise, Stand 2026, und ersetzen nicht die Beratung durch einen Präparator. Preise für die Einäscherung sind unverbindliche Richtwerte aus veröffentlichten Preislisten mehrerer Anbieter, je nach Region und Gewicht.
