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Aquamation: Wasserbestattung für Hund, Katze und Pferd erklärt

Morgennebel über einem stillen Waldteich mit Seerosen bei Sonnenaufgang

Was ist Aquamation? Die alkalische Hydrolyse einfach erklärt

Aquamation ist eine Form der Tierbestattung, bei der der Körper eines verstorbenen Tieres nicht verbrannt, sondern in einer heißen, stark basischen Lösung aufgelöst wird. Der Fachbegriff dafür lautet alkalische Hydrolyse (Aufspaltung mit Hilfe von Lauge und Wasser). Im Deutschen ist auch von Wasserkremation, Wasser-Einäscherung oder Wasserbestattung die Rede, im Englischen von Aquamation oder Resomation. Mit einer Seebestattung oder dem Verstreuen von Asche im Wasser hat das Verfahren nichts zu tun.

Vier Dinge wirken zusammen: Wasser, Lauge, Wärme und Druck. Als Lauge schreibt die EU-Verordnung Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid vor (stark basische Stoffe), in einer Menge, die zu Gewicht und Zusammensetzung des Körpers passt. Im geschlossenen Behälter lösen sich die Gewebe auf, Knochen und Zähne werden weich. Zurück bleiben eine Flüssigkeit mit gelösten organischen Stoffen und die mineralischen Reste der Knochen, die nach dem Trocknen und Mahlen als feines Pulver an den Tierhalter zurückgehen können.

Wie läuft die Aquamation ab und wie lange dauert sie?

Die Mindestwerte stehen in der Verordnung (EU) Nr. 142/2011. Einzelheiten zum praktischen Ablauf stammen aus einem Antrag für eine Heimtier-Anlage, den die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 2025 bewertet, aber nicht als gleichwertig anerkannt hat (mehr dazu unten):

  1. Schritt 1

    Abholung und Abschied

    Der Tierbestatter holt Ihr Tier zu Hause oder beim Tierarzt ab. Weil es nur sehr wenige Anlagen gibt, kommt oft eine längere Überführung dazu.

  2. Schritt 2

    Behandlung

    Ihr Tier wird in einen Behälter aus legiertem Stahl gelegt, dazu kommen Wasser und Lauge. Nach dem EU-Standardverfahren wird der verschlossene Behälter auf mindestens 150 Grad Celsius bei mindestens 4 bar erhitzt, bei Hund und Katze mindestens 3 Stunden ohne Unterbrechung. Sein Inhalt wird dabei ständig durchmischt.

  3. Schritt 3

    Flüssigkeit ablassen

    Nach der Beschreibung im Antrag wird die Flüssigkeit neutralisiert, abgekühlt und mit Erlaubnis der Wasserbehörde in die Kanalisation geleitet. Danach wird gespült.

  4. Schritt 4

    Trocknen und mahlen

    Die Reste von Knochen und Zähnen werden für jedes Tier getrennt gesammelt, getrocknet und zu feinem Pulver gemahlen.

  5. Schritt 5

    Rückgabe

    Das Pulver kommt in einen Behälter oder eine Urne und wird Ihnen übergeben.

Wie lange dauert die Aquamation? Die eigentliche Behandlung dauert bei Hund und Katze mindestens 3 Stunden bei voller Temperatur. Aufheizen, Abkühlen, Spülen und Trocknen kommen noch dazu. Der niederländische Gezondheidsraad, ein wissenschaftliches Beratungsgremium der Regierung, nennt für Verfahren beim Menschen je nach Methode 2 bis 10 Stunden. Wann Sie das Pulver zurückerhalten, hängt vom Anbieter und von der Überführung ab.

Es gibt auch Verfahren ohne Überdruck knapp unter 100 Grad, die länger dauern. Ein solches Verfahren für Heimtiere (mindestens 95,5 Grad Celsius, mindestens 14 Stunden) hat die EFSA 2025 nicht als gleichwertig anerkannt, weil nicht nachgewiesen war, dass es Prionen (besonders widerstandsfähige Krankheitserreger) ausreichend unschädlich macht. Fragen Sie deshalb, nach welchem Verfahren eine Anlage arbeitet.

Was bekommen Sie nach der Aquamation zurück?

Sie bekommen die mineralischen Reste von Knochen und Zähnen zurück, getrocknet und gemahlen. Das Pulver wird oft ebenfalls Asche genannt, auch wenn keine Einäscherung stattgefunden hat. Fremdkörper wie Prothesen lösen sich nicht auf. Beim Menschen werden sie laut Gezondheidsraad vor dem Mahlen entfernt. Hatte Ihr Tier ein Implantat, fragen Sie den Anbieter, wie er damit umgeht.

Wie viel Pulver bleibt, hängt vor allem von Größe und Knochenbau Ihres Tieres ab. Mit dem Pulver können Sie, nach den Regeln vor Ort, ähnlich umgehen wie mit Asche nach einer Einäscherung:

  • Urne zu Hause: in einer gut verschließbaren Urne, damit das Pulver trocken bleibt. Welche Größe passt, erfahren Sie auf unserer Seite über Tierurnen.
  • Beisetzung: im eigenen Garten, soweit es dort erlaubt ist, oder in einem Urnengrab auf einem Tierfriedhof.
  • Erinnerungsstück: Ob sich das Pulver für eine Aschekapsel oder Schmuck eignet, fragen Sie den Anbieter. Mehr zu Menge, Aufbewahrung und Verstreuen lesen Sie auf unserer Seite zur Tierasche.

Aquamation oder Einäscherung: die Unterschiede

Beide Wege enden ähnlich, mit einer Urne voller mineralischer Reste Ihres Tieres. Der Weg dorthin ist verschieden:

KriteriumAquamation (alkalische Hydrolyse)Einäscherung im Tierkrematorium
PrinzipAuflösen mit Wasser, Lauge, Wärme und Druck im geschlossenen BehälterEinäscherung bei hoher Temperatur in der Kremierungsanlage
Temperaturnach EU-Standardverfahren mindestens 150 Grad Celsius bei mindestens 4 bardie Abgase müssen in der Nachbrennkammer in der Regel mindestens 2 Sekunden lang 850 Grad erreichen
Dauer der Behandlungbei Hund und Katze mindestens 3 Stunden bei voller Temperatur, dazu Aufheizen, Spülen und Trocknenje nach Größe des Tieres; bei Pferden laut Umweltbundesamt üblicherweise deutlich länger als 2 Stunden
Was außerdem entstehteine basische Flüssigkeit, die behandelt und abgeleitet wirdAbgase, für die Grenzwerte gelten
Was Sie zurückbekommengetrocknetes, gemahlenes Pulver aus Knochen und ZähnenAsche, vor allem aus den mineralischen Bestandteilen der Knochen
Anlagen in Deutschlandlaut amtlicher Liste eine Anlage für Heimtiere und Pferde (Stand 11.09.2026)laut Umweltbundesamt 27 Tierkrematorien (Stand September 2018)
Rechtsgrundlagealternative Verarbeitungsmethode nach Verordnung (EU) Nr. 142/2011 in einer zugelassenen AnlageVerbrennungsanlage nach EU-Recht, für Heimtiere Ausnahme von der Tierkörperbeseitigung nach § 4 TierNebG

Wie bei der Einäscherung kommt es darauf an, ob Ihr Tier allein behandelt wird: Nur dann erhalten Sie seine eigenen Überreste zurück. Ob ein Anbieter auch eine gemeinsame Aquamation ohne Rückgabe hat, vergleichbar mit der Sammelkremierung, fragen Sie direkt. Wie die Einäscherung abläuft, erklären wir auf unserer Seite zum Tierkrematorium. Worin sich Einzelkremierung und Sammelkremierung unterscheiden, zeigt unser Vergleich.

Aquamation, Kremierung, Tierkörperbeseitigung oder Grab: alle Wege im Vergleich

Wenn Ihr Tier gestorben ist, gibt es mehrere Wege. Die Tabelle zeigt sie für Hund und Katze im Überblick.

WegWas mit dem Körper geschiehtÜberreste zurückKosten Hund und Katze
Aquamation einzelnAuflösen in Wasser und Lauge, die Knochenreste werden gemahlenja, als Pulver in einer Urnebeim Anbieter erfragen
EinzelkremierungEinäscherung allein im Tierkrematoriumja, als Asche in einer UrneHund 199-460 Euro, Katze 199-320 Euro
SammelkremierungEinäscherung gemeinsam mit anderen Tierennein, die Asche wird gemeinsam beigesetztHund 100-319 Euro, Katze 100-190 Euro
TierkörperbeseitigungAbholung und Verarbeitung durch die zuständige StelleneinGebühr der zuständigen Stelle oder Preis der Tierarztpraxis
Grab im eigenen GartenBeisetzung des Körpers in der Erde, soweit die Behörden das zulassennein, aber ein Grab in Ihrer Nähekeine Gebühr
TierfriedhofErdgrab für den Körper oder Urnengrab für die Überrestenein, aber ein Ort zum BesuchenGrabgebühr des Tierfriedhofs

Kosten der Kremierung sind unverbindliche Richtwerte aus veröffentlichten Preislisten mehrerer Anbieter, Stand 2026, je nach Region und Gewicht, ohne Abholung (25-75 Euro). Für die Aquamation liegt uns kein verlässlicher Richtwert vor.

Was die Tierkörperbeseitigung genau ist und für welche Tiere sie Pflicht ist, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Tierkörperbeseitigung. Welche Regeln gelten, wenn Sie Ihr Haustier im Garten begraben möchten, erklärt ein eigener Ratgeber.

Ist Aquamation in Deutschland erlaubt? Die Rechtslage für Tiere

Für Tiere ja, unter klaren Bedingungen. Rechtlich gelten verstorbene Heimtiere als tierische Nebenprodukte der Kategorie 1 nach Artikel 8 der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009. Das bedeutet vor allem strenge Hygieneregeln. Die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 142/2011 beschreibt die alkalische Hydrolyse als alternative Verarbeitungsmethode mit festen Mindestwerten und lässt sie ausdrücklich für alle Kategorien zu:

„Für dieses Verfahren können tierische Nebenprodukte aller Kategorien verwendet werden.“

Quelle: Verordnung (EU) Nr. 142/2011, Anhang IV Kapitel IV Abschnitt 2 Buchstabe A

Eine Anlage, die Tierkörper so verarbeitet, braucht nach Artikel 24 der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 eine Zulassung der zuständigen Behörde. In Deutschland regelt das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG), dass die zuständigen Stellen tote Tiere abholen und beseitigen. Nach § 4 Absatz 1 TierNebG gilt diese Pflicht nicht für Heimtiere, die in einer Verbrennungsanlage nach den EU-Vorgaben eingeäschert werden. Die Aquamation nennt das Gesetz dort nicht ausdrücklich. Allerdings verweist § 4 Absatz 3 auf die Ausnahmen in Artikel 16 der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009, zu denen auch alternative Methoden gehören. Welche Unterlagen im Einzelfall nötig sind, sagt Ihnen der Anbieter oder das Veterinäramt.

Aquamation für Pferde

Für Pferde, Ponys und Esel kann das Veterinäramt nach § 4 Absatz 2 TierNebG eine Ausnahme von der Tierkörperbeseitigung genehmigen, wenn das Tier in einer Verbrennungsanlage eingeäschert wird. Die Aquamation ist in diesem Absatz nicht genannt. Klären Sie deshalb vor der Abholung mit dem Veterinäramt und dem Anbieter, welche Genehmigung nötig ist. Alles zur Einäscherung eines Pferdes und zum Antrag lesen Sie auf unserer Seite zum Pferdekrematorium.

Aquamation für Menschen

Für Menschen ist die alkalische Hydrolyse in Deutschland nicht zugelassen. Das Sozialministerium Baden-Württemberg schrieb im Oktober 2025 an den Landtag, das Verfahren sei in Baden-Württemberg wie in den übrigen Bundesländern nicht zugelassen, weil es im Bestattungsrecht keine gesetzliche Grundlage gibt. Für Tiere gilt dagegen das Recht über tierische Nebenprodukte. In den Niederlanden hat der Gezondheidsraad 2025 bekräftigt, dass das Verfahren für Menschen aus seiner Sicht zugelassen werden kann.

Aquamation in Deutschland: Wo gibt es Anbieter?

Bisher gibt es nur sehr wenige Anbieter. In der amtlichen Liste der zugelassenen Betriebe für tierische Nebenprodukte, die über das Bundeslandwirtschaftsministerium abrufbar ist, sind mit Stand 11. September 2026 bundesweit zwei Anlagen für alkalische Hydrolyse eingetragen. Nur eine davon ist laut Liste für Tierkörper von Heimtieren und Equiden (Pferde, Ponys, Esel) zugelassen. Sie liegt in Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg. Der zweite Eintrag gehört zum Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, und nennt keine Heimtiere.

Wer nicht in der Nähe wohnt, braucht also eine längere Überführung. Fragen Sie Ihren Tierbestatter, ob er eine Aquamation vermitteln kann und was die Überführung kostet. Mehr zum Standort lesen Sie auf unserer Seite zur Tierbestattung in Schwäbisch Hall.

Später zugelassene Anlagen können in der Liste dazukommen. Auskunft gibt die zuständige Behörde.

Ist die Aquamation umweltfreundlicher als die Einäscherung?

Diese Frage lässt sich für Tiere bisher nicht sicher beantworten. Vergleichende Studien gibt es vor allem für Verfahren beim Menschen, und auch sie kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Sicher ist, was sich aus dem Verfahren selbst ergibt:

  • Keine Abgase: Weil der Körper nicht eingeäschert wird, entstehen auch keine Abgase, für die im Tierkrematorium Grenzwerte gelten.
  • Energie und Wasser: Der Behälter muss über Stunden erhitzt werden, und es wird viel Wasser gebraucht. Beim Menschen entstehen laut Gezondheidsraad je Durchgang etwa 1.500 bis 2.000 Liter Flüssigkeit.
  • Abwasser: Die Flüssigkeit ist stark basisch und enthält gelöste organische Stoffe. Vor der Einleitung in die Kanalisation muss sie behandelt werden. Die niederländischen Wasserverbände sehen Risiken für Kläranlagen und Gewässer, wenn große Mengen so eingeleitet würden.

Der Gezondheidsraad hat 2025 Studien zu Bestattungsverfahren für Menschen ausgewertet. Frühere Ökobilanzen (Berechnungen der gesamten Umweltbelastung) fielen für die alkalische Hydrolyse günstiger aus als für Erdbestattung und Einäscherung. Eine Ökobilanz von 2024 sah sie günstiger als Erdbestattung und Einäscherung mit Gas, aber ungünstiger als Naturbestattung und Einäscherung mit Strom. Vergleichbare Studien für die Aquamation von Tieren liegen uns nicht vor.

Was kostet die Aquamation?

Für die Aquamation können wir keinen verlässlichen Richtwert nennen: Es gibt kaum Anbieter, und uns liegen keine amtlichen oder unabhängigen Preisangaben vor. Fragen Sie nach einem schriftlichen Angebot und vergleichen Sie es mit der Einzelkremierung, bei der Sie ebenfalls die Überreste zurückbekommen. Die Richtwerte dafür finden Sie in der Tabelle oben. Achten Sie darauf, was enthalten ist: Abholung, Überführung zur Anlage, Behandlung, Urne und Rückgabe. Wer seinen Hund einäschern lassen möchte, findet auf einer eigenen Seite, wie sich die Preise zusammensetzen. Das Gleiche gilt für alle, die ihre Katze einäschern lassen möchten. Einen Überblick über alle Preise gibt unsere Seite zu den Kosten einer Tierbestattung.

Fragen an den Tierbestatter: Checkliste vor der Aquamation

Ein seriöser Anbieter beantwortet diese Fragen, bevor Sie sich entscheiden. Nehmen Sie die Liste mit ans Telefon:

  1. Zulassung: Ist die Anlage für die alkalische Hydrolyse nach EU-Recht zugelassen, und wie lautet die Zulassungsnummer?
  2. Verfahren: Mit welcher Temperatur, welchem Druck und welcher Dauer wird gearbeitet?
  3. Einzeln oder gemeinsam: Wird mein Tier allein behandelt, und wie wird sichergestellt, dass ich nur seine Überreste zurückbekomme?
  4. Rückgabe: Was genau bekomme ich zurück, in welchem Behälter, und wann?
  5. Kosten: Was kostet die Aquamation für mein Tier nach Gewicht, und was ist enthalten: Abholung, Überführung, Urne, Versand?
  6. Abschied: Kann ich mich vorher in Ruhe verabschieden, und wo?
  7. Beigaben und Implantate: Darf ich eine Decke oder ein Halsband mitgeben, und was passiert mit Metallteilen?
  8. Pferd: Welche Genehmigung des Veterinäramts ist nötig, und wer beantragt sie?
  9. Umwelt: Womit wird die Anlage beheizt, und wie wird die Flüssigkeit behandelt?

Lassen Sie sich wichtige Antworten, vor allem zu Preis und Rückgabe, schriftlich bestätigen. Wie eine Tierbestattung von der Abholung bis zur Urne abläuft, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Ablauf einer Tierbestattung.

Für wen passt die Aquamation?

Es gibt keine bessere oder schlechtere Art, sich von einem Tier zu verabschieden. Die Aquamation kann zu Ihnen passen, wenn:

  • Sie für Ihr Tier keine Einäscherung möchten, aber trotzdem eine Urne mit seinen Überresten behalten wollen.
  • Sie eine längere Überführung und mehr Organisation in Kauf nehmen.
  • Sie damit leben können, dass die Umweltbilanz noch nicht abschließend geklärt ist.
  • Sie den Abschied planen können, zum Beispiel bei einem alten oder unheilbar kranken Tier.

Soll es schnell gehen, ist eine Einzelkremierung in einem Tierkrematorium in Ihrer Nähe meist die bessere Wahl. Für den Abschied ist das Verfahren weniger wichtig als die Zeit, die Sie sich nehmen. Wer früh plant, entscheidet in Ruhe. Möglichkeiten dafür zeigt unsere Seite zur Vorsorge.

Häufige Fragen: Aquamation

Was ist Aquamation?

Aquamation ist ein Verfahren, bei dem der Körper eines verstorbenen Tieres mit Wasser, Lauge, Wärme und Druck aufgelöst statt verbrannt wird. Der Fachbegriff ist alkalische Hydrolyse, umgangssprachlich auch Wasserkremation. Zurück bleiben die mineralischen Reste der Knochen als Pulver.

Ist Aquamation in Deutschland erlaubt?

Für Tiere ja, in einer zugelassenen Anlage und mit den EU-Vorgaben zu Temperatur, Druck und Dauer. Für Menschen ist das Verfahren nach Auskunft des Sozialministeriums Baden-Württemberg vom Oktober 2025 in keinem Bundesland zugelassen.

Wo wird Aquamation in Deutschland angeboten?

Das Angebot ist bisher sehr klein. Die amtliche Liste zugelassener Betriebe nennt mit Stand 11. September 2026 eine Anlage für Heimtiere und Pferde in Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg). Ihr Tierbestatter kann Ihnen sagen, ob er eine Überführung dorthin anbietet.

Kann ich meinen Hund per Aquamation bestatten lassen?

Ja, die zugelassene Anlage nimmt Heimtiere wie Hunde und Katzen an. Wird Ihr Hund allein behandelt, erhalten Sie seine Überreste in einer Urne zurück. Fragen Sie nach dem Preis, der sich meist nach dem Gewicht richtet, und nach den Kosten der Überführung.

Wie lange dauert die Aquamation?

Nach dem EU-Standardverfahren dauert die Behandlung bei Hund und Katze mindestens 3 Stunden bei mindestens 150 Grad Celsius und 4 bar. Dazu kommen Aufheizen, Abkühlen und Trocknen. Wann Sie die Urne zurückbekommen, hängt vom Anbieter ab.

Was bleibt nach der Aquamation übrig?

Übrig bleiben die mineralischen Reste von Knochen und Zähnen. Sie werden getrocknet und zu Pulver gemahlen. Die Flüssigkeit wird behandelt und, so beschreibt es ein bei der EFSA eingereichter Antrag, mit Erlaubnis in die Kanalisation geleitet.

Ist Aquamation umweltfreundlicher als die Einäscherung?

Das ist nicht abschließend geklärt. Es entstehen keine Abgase wie im Krematorium. Dafür braucht das Verfahren Energie, Wasser und Lauge, und es entsteht Abwasser. Studien zu Verfahren beim Menschen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Warum ist Aquamation für Menschen in Deutschland nicht erlaubt?

Die Bundesländer legen im Bestattungsrecht fest, welche Bestattungsarten zulässig sind, in Baden-Württemberg etwa Erd-, Feuer- und Seebestattung. Für die alkalische Hydrolyse gibt es dort nach Auskunft des Sozialministeriums Baden-Württemberg vom Oktober 2025 keine gesetzliche Grundlage. Für Tiere gilt dagegen das Recht über tierische Nebenprodukte.

Max Dostanko

Max Dostanko

Gründer des Projekts Tierbestattung.pro

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