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Pferd einschläfern lassen: Kosten beim Tierarzt, der richtige Zeitpunkt und was danach passiert

Frau lehnt die Stirn an den Hals eines alten Schimmels auf der Weide

Wann sollte man ein Pferd einschläfern lassen?

Pferde sind Fluchttiere. Ein Pferd, das nicht mehr aufstehen kann, das beim Stehen zittert, das sich nicht mehr hinlegt, weil es Angst hat, nicht wieder hochzukommen, hat keine Lebensqualität mehr, auch wenn es noch frisst. Der Tierarzt beurteilt Schmerz und Prognose. Sie kennen Ihr Pferd am besten. Diese Fragen helfen:

  1. Kann das Pferd schmerzfrei stehen und sich hinlegen und wieder aufstehen?
  2. Frisst es Heu und Kraftfutter, oder nur noch eingeweichtes Futter, oder gar nichts mehr?
  3. Bewegt es sich freiwillig auf der Weide, oder steht es den ganzen Tag an einer Stelle?
  4. Reagiert es auf die Herde und auf Sie?
  5. Wirkt die Schmerzmedikation noch, oder braucht das Pferd immer mehr davon?
  6. Sagt der Tierarzt, dass eine Besserung nicht mehr zu erwarten ist?

Ab wann sollte man ein Pferd mit Arthrose einschläfern? Wenn Schmerzmittel, Hufbeschlag, Bewegung und Haltung ausgeschöpft sind und das Pferd trotzdem lahm geht, sich nicht mehr hinlegt oder nicht mehr aufsteht. Bei einem Hufgeschwür ist das Einschläfern fast nie nötig, denn mit Behandlung ist die Prognose sehr gut. Anders bei schwerer Hufrehe: Bricht etwa das Hufbein durch die Sohle und besteht keine Aussicht auf Besserung, stellt sich die Frage nach dem Einschläfern. Bei EOTRH, der schmerzhaften Zahnerkrankung älterer Pferde, hilft meist das Ziehen der Schneidezähne. Danach ist die Prognose sehr gut. Bei einem Fesselträgerschaden hängt es von Schmerz und Belastbarkeit ab. Ein dämpfiges Pferd mit schwerer Atemnot, das trotz Medikamenten nicht mehr zur Ruhe kommt, und ein Pferd mit Cushing (PPID), das trotz lebenslanger Behandlung immer wieder Hufrehe bekommt und abmagert, können weitere Fälle sein. Sarkoide, die häufigsten Hauttumoren beim Pferd, lassen sich auf verschiedene Weise behandeln, kommen aber oft wieder. Die Einschätzung trifft in jedem Fall Ihr Tierarzt.

Und ein gesundes altes Pferd einschläfern? Alter ist kein Grund. Ein altes Pferd darf alt sein. Entscheidend ist Leiden ohne Aussicht auf Besserung, nicht das Alter und nicht die Kosten der Haltung. Wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet, macht sich nach § 17 Tierschutzgesetz strafbar, und wirtschaftliche Erwägungen gelten nicht als vernünftiger Grund. Wer ein altes Pferd nicht mehr halten kann, kann nach Gnadenhöfen oder Tierschutzvereinen fragen, die alte Pferde aufnehmen.

Notfall: Kolik, Beinbruch, Sturz

Nicht immer bleibt Zeit für Fragen. Bei einer schweren Kolik ohne Aussicht auf Operation, bei einem Beinbruch, der nicht versorgt werden kann, oder nach einem schweren Sturz entscheidet der Tierarzt innerhalb von Minuten. Warum wird ein Pferd mit Beinbruch eingeschläfert? Weil manche Brüche bei Pferden nicht mehr zu behandeln sind, etwa ein Bruch des Oberschenkelknochens oder offene Brüche am Unterarm oder Unterschenkel. Tierärzte zählen solche Verletzungen zu den typischen Gründen für eine Euthanasie. In solchen Fällen ist das Einschläfern die einzige Möglichkeit, das Leiden zu beenden. Sprechen Sie mit dem Tierarzt vorher darüber, was im Notfall geschehen soll, und hinterlegen Sie im Stall, wer entscheiden darf, wenn Sie nicht erreichbar sind.

Was kostet es, ein Pferd einschläfern zu lassen?

Die Kosten der Euthanasie beim Pferd setzen sich aus Anfahrt, Untersuchung, Sedierung und Injektion zusammen. Sie richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) in der Fassung vom 22. November 2022. Berechnet wird der einfache bis dreifache Satz. Für Leistungen im tierärztlichen Notdienst nachts (18 bis 8 Uhr), am Wochenende (Freitag 18 Uhr bis Montag 8 Uhr) und an Feiertagen gilt der zweifache bis vierfache Satz, dazu kommt eine Notdienstgebühr von 50 Euro. Die GOT-Gebühr für die Euthanasie ist beim Pferd höher als bei Hund oder Katze, und ein Pferd braucht eine deutlich größere Menge des Medikaments. Die GOT-Beträge verstehen sich ohne Umsatzsteuer. Konkrete Beträge nennt Ihnen Ihr Tierarzt vorab. Dazu kommen die Kosten für Abholung und Tierkörperbeseitigung oder Einäscherung. Die Einäscherung ist dabei meist der größte Posten.

LeistungWovon die Kosten abhängenRichtwert
Anfahrt und UntersuchungWegegeld nach § 10 GOT, Untersuchung GOT Nr. 4Wegegeld 3,50 Euro je Doppelkilometer, mindestens 13 Euro; Untersuchung 30,78-92,34 Euro
SedierungGOT Nr. 295, dazu das Medikament nach Gewicht16,50-49,50 Euro plus Medikament
Euthanasie (Injektion)GOT Nr. 199, dazu das Medikament nach Gewicht73,90-221,70 Euro plus Medikament
Notdienst nachts, Wochenende, Feiertag§ 4 GOT: Notdienstgebühr und zweifacher bis vierfacher Satz50 Euro Notdienstgebühr plus höhere Gebühren
Abholung durch den Abdecker (Tierkörperbeseitigung)Gebühr der zuständigen Stelle; in manchen Bundesländern tragen Land, Zweckverband oder Tierseuchenkasse einen Teil der Kostenje nach Bundesland, Auskunft beim Veterinäramt
Abholung durch das PferdekrematoriumEntfernungab 150 Euro zuzüglich Kilometer
Sammelkremierung im PferdekrematoriumGewichtab 790 Euro, über 600 kg ab 1.290 Euro
Einzelkremierung im Pferdekrematorium mit Asche-RückgabeGewichtab 1.090 Euro, über 600 kg ab 2.290 Euro

Preise für die Einäscherung sind unverbindliche Richtwerte eines überregionalen Pferdekrematoriums, Stand 2026. Die Tierarztbeträge sind Gebühren nach der GOT vom 22.11.2022 ohne Umsatzsteuer und ohne Medikamente. Welcher Satz berechnet wird, entscheidet die Praxis.

Insgesamt kosten Untersuchung, Sedierung und Euthanasie nach der GOT 121,18 Euro im einfachen und 363,54 Euro im dreifachen Satz. Hinzu kommen Wegegeld, Medikamente und Umsatzsteuer sowie die Kosten für Abholung und Tierkörperbeseitigung oder Einäscherung. Alle Preise für Einäscherung und Abholung finden Sie in unserer Kostenübersicht.

Pferd einschläfern: Ablauf und Dauer

Die Euthanasie beim Pferd findet an einem ruhigen Platz statt, zum Beispiel im Stall oder auf der Weide. Wählen Sie ihn so, dass später das Fahrzeug für die Abholung gut hinkommt. Oft bekommt das Pferd zuerst ein Beruhigungsmittel, senkt den Kopf und wird schläfrig. Nötig ist das nicht in jedem Fall. Dann legt der Tierarzt einen großen Venenkatheter am Hals und spritzt zügig ein Narkosemittel in hoher Dosis. Als Mittel der Wahl gilt Pentobarbital. Das Pferd wird bewusstlos und legt sich hin. Atmung und Herzschlag setzen aus. Der Tierarzt hört das Herz ab und stellt den Tod fest.

Wie lange dauert das Einschläfern beim Pferd? Nach der Injektion sollte das Herz innerhalb von etwa zwei Minuten stillstehen. Sonst gibt der Tierarzt eine zweite Dosis. Wurde das Pferd vorher sediert, kann es länger dauern. Nach dem Tod können Muskeln zucken, auch an den Beinen, und es kann aussehen, als würde das Pferd noch einmal nach Luft schnappen. Das sind Reflexe, kein Zeichen von Leben. Bei Pferden, die im Equidenpass als zur Schlachtung bestimmt eingetragen sind, ist nach einem Unfall statt der Injektion auch eine Notschlachtung durch den Tierarzt möglich, bei der das Pferd zuerst mit einem Bolzenschuss betäubt wird. Lassen Sie sich vorher erklären, was in Ihrem Fall infrage kommt.

Pferd einschläfern: Dabei sein oder nicht?

Viele Halter möchten in den letzten Minuten dabei sein und mit ihrem Pferd sprechen. Ob Sie dabei sind, entscheiden Sie selbst. Wenn sich das Pferd hinlegt, wird Sie der Tierarzt aus Sicherheitsgründen bitten, Abstand zu halten. Mitzuerleben, wie ein 500 Kilogramm schweres Tier zu Boden geht, ist oft belastender als erwartet. Es ist in Ordnung, bis zur Sedierung zu bleiben und dann zu gehen. Es ist auch in Ordnung, bis zum Schluss zu bleiben oder jemanden, der das Pferd kennt, zu bitten, an Ihrer Stelle dabei zu sein. Sprechen Sie vorher mit dem Tierarzt darüber, was genau passiert, damit Sie nichts überrascht. Kinder sollten in der Regel nicht dabei sein, dürfen sich aber vorher verabschieden.

Pferd einschläfern: Was passiert danach?

Nach dem Tod muss es schnell gehen. Für Pferde ist grundsätzlich die Tierkörperbeseitigung vorgeschrieben. Soll der Abdecker das Pferd holen, melden Sie den Tod unverzüglich der zuständigen Stelle für die Tierkörperbeseitigung, die das Pferd dann zeitnah abholt. Mit Genehmigung des zuständigen Veterinäramts ist auch eine Einäscherung im Pferdekrematorium möglich. Es gibt also zwei Wege:

WegWas passiertKostenAsche zurück
Abdecker (Tierkörperbeseitigung)Abholung mit Kranfahrzeug, Verwertung in der TierkörperbeseitigungsanstaltGebühr je nach Bundesland, teils mit Anteil der Tierseuchenkassenein
PferdekrematoriumAbholung mit Spezialfahrzeug, Einäscherung einzeln oder gemeinsam, Abschied im StallAbholung ab 150 Euro plus Einäscherung ab 790 Euro, je nach Gewicht und Artja, bei der Einzelkremierung

Unverbindliche Richtwerte, Stand 2026.

Ein Pferd im Garten oder auf der Weide zu begraben, ist nicht erlaubt: Die Ausnahme für ein Grab auf eigenem Gelände gilt nur für Heimtiere. Für Pferde gibt es nur die Ausnahme der Einäscherung in einem zugelassenen Krematorium. Holt die Tierkörperbeseitigung das Pferd ab, geben Sie ihr den Equidenpass mit. Sonst schicken Sie ihn nach dem Tod mit dem Todesdatum an die Stelle zurück, die ihn ausgestellt hat. Alles zu Abholung, Standorten und Preisen lesen Sie auf unserer Seite zum Pferdekrematorium. Was der Abdecker macht, erklärt unser Ratgeber zur Tierkörperbeseitigung.

Den Abschied vorbereiten

Wenn der Termin feststeht, klären Sie vorher: Wo wird das Pferd eingeschläfert, und kommt das Fahrzeug dort gut hin? Wer im Stall muss Bescheid wissen? Wer holt das Pferd ab, der Abdecker oder das Pferdekrematorium, und wann? Sprechen Sie möglichst schon vorher mit dem Pferdekrematorium und dem Veterinäramt, damit die Ausnahmegenehmigung unmittelbar nach dem Tod erteilt werden und die Abholung zeitnah erfolgen kann. Ist Ihr Pferd versichert, informieren Sie die Versicherung vor dem Termin. Wenn Sie ein Andenken möchten, schneiden Sie vorher eine Strähne aus Schweif oder Mähne ab, und fragen Sie das Krematorium nach einem Hufabdruck. Wer das für ein altes Pferd im Voraus regeln möchte, findet die Möglichkeiten auf unserer Seite zur Vorsorge.

Rechtliches: Wann darf ein Tierarzt ein Pferd einschläfern?

Ein Pferd darf nur mit vernünftigem Grund getötet werden: Wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet, macht sich nach § 17 Tierschutzgesetz strafbar. Nicht behebbare Schmerzen oder Leiden sind ein solcher Grund. Alter, Kosten oder mangelnde Nutzbarkeit sind es für eine Euthanasie nicht. Eine eigene Regel gilt für die Schlachtung von Pferden, die im Equidenpass als zur Schlachtung bestimmt eingetragen sind. Der Tierarzt beurteilt, ob ein vernünftiger Grund vorliegt, und darf das Einschläfern ablehnen. Ohne Zustimmung des Halters schläfert er ein Pferd grundsätzlich nicht ein. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs darf er ein ihm anvertrautes Pferd aber erlösen, wenn sich sein Zustand dramatisch verschlechtert und keine Behandlung mehr Erfolg verspricht, sofern nichts anderes vereinbart ist. Darüber muss er den Halter umgehend informieren. Bei versicherten Pferden sollte die Versicherung vor einer geplanten Euthanasie informiert werden, weil die Versicherungsbedingungen in der Regel eine Einwilligung des Versicherers verlangen.

Nach dem Abschied: Trauer und die anderen Pferde

Wer sein Pferd verliert, verliert auch den Stall, den Alltag, die Menschen dort. Bleiben Sie in Kontakt. Auch die anderen Pferde können den Verlust bemerken. Halten Sie ihre Routinen ein. Ein Pferd, das allein zurückbleibt, braucht bald wieder Gesellschaft, denn Pferde sind Herdentiere. Was beim Abschied von einem geliebten Tier hilft, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Trauer um das Haustier. Was in den ersten Stunden zu tun ist, wenn das Pferd gestorben ist, erklärt ein eigener Ratgeber.

Pferd natürlich sterben lassen oder einschläfern?

Es kommt vor, dass sich ein altes Pferd hinlegt und ruhig einschläft. Das Sterben kann aber auch mit Kolik, Kreislaufversagen oder einem Festliegen verbunden sein, bei dem das Pferd lange kämpft. Deshalb ist es sinnvoll, mit dem Tierarzt früh über den richtigen Zeitpunkt zu sprechen, bevor ein Notfall ihn bestimmt. Woran Sie erkennen, dass die letzte Lebensphase beginnt, beschreibt unser Ratgeber zu den Anzeichen, dass ein Pferd stirbt.

Häufige Fragen: Pferd einschläfern

Was kostet es, ein Pferd einschläfern zu lassen?

Nach der GOT kosten Untersuchung, Sedierung und Euthanasie zusammen 121,18 bis 363,54 Euro, zuzüglich Wegegeld, Medikamenten und Umsatzsteuer. Dazu kommen Abholung und Verwertung durch den Abdecker oder die Einäscherung im Pferdekrematorium ab 790 Euro plus Abholung ab 150 Euro.

Ab wann sollte man ein Pferd mit Arthrose einschläfern?

Wenn Schmerzmittel, Beschlag und Haltung ausgeschöpft sind und das Pferd sich nicht mehr schmerzfrei bewegen, hinlegen oder aufstehen kann. Die Einschätzung trifft der Tierarzt mit Ihnen.

Wie läuft das Einschläfern beim Pferd ab?

Oft bekommt das Pferd zuerst ein Beruhigungsmittel und dann ein Narkosemittel in hoher Dosis in die Vene. Es legt sich hin und schläft ein. Nach der Injektion sollte das Herz innerhalb von etwa zwei Minuten stillstehen.

Soll ich beim Einschläfern dabei sein?

Das entscheiden Sie. Sie können bis zur Sedierung bleiben oder bis zum Ende. Wenn sich das Pferd hinlegt, halten Sie aus Sicherheitsgründen Abstand. Kinder sollten in der Regel nicht dabei sein.

Was passiert nach dem Einschläfern mit dem Pferd?

Das Pferd wird möglichst bald nach dem Tod abgeholt: vom Abdecker zur Tierkörperbeseitigung oder vom Pferdekrematorium zur Einäscherung. Die Meldung an die zuständige Stelle muss unverzüglich erfolgen. Für die Einäscherung brauchen Sie eine Ausnahmegenehmigung des Veterinäramts, denn grundsätzlich ist für Pferde die Tierkörperbeseitigung vorgeschrieben.

Darf ein Tierarzt ein gesundes altes Pferd einschläfern?

Nein. Ohne vernünftigen Grund, also etwa ohne nicht behebbare Schmerzen oder Leiden, ist das Töten eines Wirbeltieres nach § 17 Tierschutzgesetz strafbar.

Warum wird ein Pferd mit Beinbruch eingeschläfert?

Weil manche Brüche bei Pferden nicht mehr zu behandeln sind, etwa ein Bruch des Oberschenkelknochens oder offene Brüche am Unterarm oder Unterschenkel. Dann ist das Einschläfern der Weg, dem Pferd weiteres Leiden zu ersparen.

Max Dostanko

Max Dostanko

Gründer des Projekts Tierbestattung.pro

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