Pferd gestorben: Was tun? Ratgeber für die ersten Stunden und Tage

Die ersten Stunden: was Sie jetzt tun sollten
Ein totes Pferd im Stall oder auf der Weide ist eine Ausnahmesituation, auch für erfahrene Halter. Es gibt eine Reihenfolge, die hilft:
- Tierarzt rufen. Er stellt den Tod fest, dokumentiert die Ursache, wenn sie erkennbar ist, und berät zur Meldung. Bei einem Pferd, das noch lebt und schwer leidet, ist der Tierarzt ohnehin die erste Nummer.
- Stallbetreiber informieren. Wer den Stall betreibt, kennt die Abläufe, den Abdecker der Region und weiß, wo das Fahrzeug hinkommt.
- Pferd abdecken. Eine Plane oder Decke über den Körper, möglichst im Schatten oder in der Box. Bei Hitze zählt jede Stunde.
- Die anderen Pferde Abschied nehmen lassen. Herdenpferde bemerken den Tod eines Gefährten. Ein paar Minuten am toten Pferd verhindern oft tagelanges Rufen und Suchen.
- Entscheiden: Abdecker oder Pferdekrematorium. Für die Einäscherung ist eine Ausnahmegenehmigung des Veterinäramts nötig, die erst nach dem Tod beantragt werden kann. Wenn Sie die Asche behalten möchten, wenden Sie sich direkt an ein Pferdekrematorium, das Ihr Pferd abholt. Gern suchen wir mit Ihnen eines in Ihrer Region, ein paar Zeilen über unser Anfrageformular genügen.
- Schweifhaar oder Mähne abschneiden, wenn Sie ein Andenken möchten. Equidenpass bereithalten.
Meldepflicht: Wem muss ich den Tod meines Pferdes melden?
Pferde sind Equiden und unterliegen anderen Regeln als Hunde und Katzen. Das tote Pferd muss grundsätzlich der zuständigen Tierkörperbeseitigung überlassen werden, und der Tod ist unverzüglich zu melden, meist direkt bei diesem Betrieb. Möchten Sie Ihr Pferd stattdessen einäschern lassen, beantragen Sie beim Veterinäramt eine Ausnahmegenehmigung. Das geht erst nach dem Tod. Im Landkreis Mittelsachsen zum Beispiel muss dafür ein Tierarzt bestätigen, dass keine Anzeichen einer Tierseuche vorliegen. Den Equidenpass geben Sie mit dem Todesdatum an die Stelle zurück, die ihn ausgestellt hat, damit er ungültig gemacht wird. Holt die Tierkörperbeseitigung das Pferd ab, geben Sie den Pass bei der Abholung mit. Der Tierarzt hilft bei allen Schritten. Bei der Tierseuchenkasse zählt der Tierbestand am Stichtag zu Jahresbeginn. Ob Sie den Abgang zusätzlich melden müssen, erfahren Sie bei der Tierseuchenkasse Ihres Bundeslandes. Wie lange darf ein totes Pferd liegen? So kurz wie möglich: Melden Sie den Tod ohne Zögern und sprechen Sie die Abholung mit dem Betrieb ab, im Sommer so schnell wie möglich. Ein totes Pferd im eigenen Garten oder auf der Weide zu begraben, ist nicht erlaubt. Die gesetzliche Ausnahme für Gräber auf eigenem Gelände gilt nur für Heimtiere.
Was passiert mit toten Pferden? Abdecker oder Pferdekrematorium
Der klassische Weg ist die Tierkörperbeseitigung, umgangssprachlich der Abdecker. Der zuständige Zweckverband oder ein beauftragtes Unternehmen holt das Pferd mit einem Kranfahrzeug ab und bringt es in eine Tierkörperbeseitigungsanstalt. Dort wird der Körper verarbeitet. Asche bekommen Sie nicht zurück, und ein Abschied ist dort nicht möglich. Einen Teil der Kosten tragen in mehreren Bundesländern die Tierseuchenkasse und teils auch Land und Kommunen, zum Beispiel in Bayern, Hessen und Sachsen. In Sachsen etwa gilt das nur, wenn für das Pferd Beiträge an die Tierseuchenkasse gezahlt wurden.
Stirbt das Pferd in der Tierklinik, gilt dasselbe. Wie die Klinik den Körper bis zur Abholung aufbewahrt, ist verschieden. Sagen Sie der Klinik früh, welchen Weg Sie möchten. Der zweite Weg ist das Pferdekrematorium, für das Sie nach dem Tod eine Ausnahmegenehmigung des Veterinäramts brauchen. Ein Spezialfahrzeug mit Hebevorrichtung holt das Pferd am Stall, auf der Weide oder in der Klinik ab. Sie können sich vorher verabschieden. Das Pferd wird einzeln eingeäschert (Einzelkremierung) oder gemeinsam mit anderen Pferden (Sammelkremierung). Bei der Einzelkremierung erhalten Sie die Asche zurück, in einer großen Urne oder aufgeteilt in Urne und Erinnerungsstücke. Pferdekrematorien sind selten, das Fahrzeug fährt oft weite Wege. Wo es Pferdekrematorien gibt und wie die Einäscherung abläuft, lesen Sie auf unserer Seite zum Pferdekrematorium. Was der Abdecker genau macht, erklärt unser Ratgeber zur Tierkörperbeseitigung.
Was kostet es, ein totes Pferd abholen zu lassen?
| Weg | Abholung | Einäscherung oder Verwertung | Asche zurück |
|---|---|---|---|
| Abdecker (Tierkörperbeseitigung) | Gebühr der zuständigen Stelle, in mehreren Bundesländern anteilig von Tierseuchenkasse, Land oder Kommunen getragen | in der Gebühr enthalten | nein |
| Pferdekrematorium, Sammelkremierung | ab 150 Euro zuzüglich Kilometergeld | ab 790 Euro je nach Gewicht, über 600 kg ab 1.290 Euro | nein |
| Pferdekrematorium, Einzelkremierung | ab 150 Euro zuzüglich Kilometergeld | ab 1.090 Euro je nach Gewicht, über 600 kg ab 2.290 Euro | ja |
Unverbindliche Richtwerte eines überregionalen Pferdekrematoriums, Stand 2026. Zuschläge für Ihre Anwesenheit bei der Einäscherung (ab 200 Euro), für Hufabdruck und Urne kommen dazu, außerdem die Gebühr des Veterinäramts für die Ausnahmegenehmigung, im Kreis Coesfeld zum Beispiel 60 Euro.
Die Einzelkremierung kostet für ein Pony bis 150 Kilogramm ab 1.090 Euro, für ein Warmblut mit 500 bis 600 Kilogramm ab 2.190 Euro und für ein schweres Pferd über 600 Kilogramm ab 2.290 Euro. Preise für andere Tierarten vergleicht unsere Übersicht zu den Kosten einer Tierbestattung.
Abschied im Stall: für Sie, die Stallgemeinschaft und die anderen Pferde
Ein Pferd hat oft viele Menschen um sich: Reitbeteiligungen, Stallkollegen, Kinder. Geben Sie ihnen die Gelegenheit, sich zu verabschieden, bevor das Fahrzeug kommt. Decken Sie das Pferd bis auf den Kopf ab, legen Sie eine Blume oder das Halfter dazu. Die anderen Pferde der Herde dürfen kurz an das tote Pferd heran. Das beruhigt sie. Für den Moment der Abholung ist es oft besser, wenn Kinder nicht dabei sind: Das Anheben mit dem Kran ist schwer mitanzusehen. Wer möchte, begleitet das Pferd zum Pferdekrematorium. In manchen Krematorien können Sie auch bei der Kremierung dabei sein, gegen Aufpreis und nach Terminvereinbarung. Viele Ställe haben feste Abläufe für den Todesfall, zum Beispiel einen Platz, an dem das Pferd abgeholt wird, ohne dass die anderen Pferde die Abholung sehen. Fragen Sie den Stallbetreiber danach. Er hat das meist schon erlebt und kann Ihnen einiges abnehmen. Wenn Sie es schaffen, bleiben Sie beim Verladen in der Nähe, aber Sie müssen nicht zusehen.
Was bleibt: Schweifhaar, Hufabdruck, Urne
Vom Pferd bleibt mehr als von den meisten Tieren. Schneiden Sie, solange das Pferd noch da ist, ein etwa bleistiftdickes Bündel Schweif- oder Mähnenhaar ab. Daraus lassen sich Armbänder, Anhänger oder Ringe fertigen. Der Tierbestatter nimmt auf Wunsch einen Hufabdruck ab. Bei der Einzelkremierung erhalten Sie die Asche zurück, die Sie in einer Urne aufbewahren können. Ob Sie die Asche im Garten beisetzen oder auf der eigenen Weide verstreuen dürfen, fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Gemeinde nach. Hufeisen, Halfter und Sattel sind Andenken, die nichts kosten. Mehr Ideen für ein Andenken stellen wir auf einer eigenen Seite vor.
Behördliches: Equidenpass, Versicherung, Stallvertrag
- Equidenpass mit dem Todesdatum an die ausstellende Stelle zurückgeben, damit er ungültig gemacht wird. Holt die Tierkörperbeseitigung das Pferd ab, geben Sie den Pass bei der Abholung mit.
- Tierseuchenkasse: Der Beitrag richtet sich nach dem Tierbestand am Stichtag zu Jahresbeginn. In Bayern und Niedersachsen zum Beispiel ändert ein Todesfall im laufenden Jahr daran nichts. Ob und wie sich die Tierseuchenkasse an den Kosten der Tierkörperbeseitigung beteiligt, regelt jedes Bundesland selbst.
- Versicherungen: Pferdehaftpflicht, OP- und Krankenversicherung, Lebensversicherung des Pferdes bald über den Tod informieren oder Leistung beantragen. Die Todesbescheinigung des Tierarztes beilegen. Der Beitrag ist nämlich bis zu dem Zeitpunkt zu zahlen, zu dem die Versicherung vom Tod erfährt.
- Stallvertrag und Futterlieferungen kündigen, Hufschmied und Reitbeteiligung informieren.
Trauer um ein Pferd
Wer sein Pferd verliert, verliert oft auch einen Alltag: den Stall, die Ausritte, die Menschen dort. Viele Halter beschreiben eine Leere, die andere nicht verstehen. Bleiben Sie mit der Stallgemeinschaft in Kontakt, auch ohne Pferd. Ob und wann ein neues Pferd kommt, entscheiden Sie allein. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Trauer um das Haustier. Wenn Sie die letzten Tage besser verstehen möchten, hilft der Ratgeber über die Anzeichen, dass ein Pferd stirbt.
Häufige Fragen: Pferd gestorben
Wer holt tote Pferde ab?
Der Abdecker, also die zuständige Tierkörperbeseitigung, oder ein Pferdekrematorium mit Spezialfahrzeug. Die Stallbetreiber kennen die Nummern. Wir helfen Ihnen, ein Pferdekrematorium zu finden.
Wie lange darf ein totes Pferd liegen?
So kurz wie möglich. Der Tod ist unverzüglich zu melden. Wann abgeholt wird, sprechen Sie mit dem Betrieb ab. Bis dahin abdecken und im Schatten liegen lassen.
Was kostet es, ein totes Pferd abholen zu lassen?
Beim Abdecker fällt eine Gebühr an, von der in mehreren Bundesländern Tierseuchenkasse, Land oder Kommunen einen Teil tragen. Beim Pferdekrematorium kostet die Abholung ab 150 Euro zuzüglich Kilometergeld und die Einäscherung ab 790 Euro. Dazu kommt die Gebühr für die Ausnahmegenehmigung des Veterinäramts. Unverbindliche Richtwerte, Stand 2026.
Was passiert mit dem Pferd beim Abdecker?
Der Körper wird in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt verwertet. Asche bekommen Sie nicht zurück.
Darf ich mein Pferd auf der eigenen Weide begraben?
Nein. Die gesetzliche Ausnahme, ein Tier auf eigenem Gelände zu begraben, gilt nur für Heimtiere. Für Pferde ist grundsätzlich die Tierkörperbeseitigung vorgeschrieben. Mit Genehmigung des zuständigen Veterinäramts ist auch eine Einäscherung im Pferdekrematorium möglich.
Muss ich den Tod meines Pferdes melden?
Ja. Der Tod ist unverzüglich zu melden, meist beim zuständigen Tierkörperbeseitigungsbetrieb. Den Equidenpass geben Sie mit dem Todesdatum an die Stelle zurück, die ihn ausgestellt hat. Ob Sie den Abgang zusätzlich der Tierseuchenkasse melden müssen, fragen Sie dort nach. Der Tierarzt hilft.
Kann ich bei der Einäscherung dabei sein?
In manchen Pferdekrematorien ja, gegen einen Aufpreis ab 200 Euro und nach Terminvereinbarung.
Was mache ich mit den anderen Pferden?
Lassen Sie sie kurz an das tote Pferd heran, halten Sie danach die Routinen ein und beobachten Sie Fressen und Verhalten. Ein Pferd, das allein zurückbleibt, braucht bald wieder Gesellschaft.
Sie haben Fragen zur Tierbestattung? Senden Sie uns eine kurze Anfrage, wir melden uns bei Ihnen.
Quellen und Hinweise
- § 7 Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG)
- § 4 Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG)
- § 27 Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung (TierNebV)
- § 44b Viehverkehrsverordnung (ViehVerkV)
- Landratsamt Schweinfurt: Equiden, Beantragung einer Ausnahmegenehmigung zur Abholung und Kremierung
- Bayerische Tierseuchenkasse: Tierkörperbeseitigung
Preise sind unverbindliche Richtwerte aus veröffentlichten Preislisten, Stand 2026. Rechtliche und medizinische Hinweise ersetzen keine Beratung durch Behörde oder Tierarzt. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.

